Kommentiert: Friedrich der Problemlöser

Auf die Frage wie man ein bestimmtes Problem am Besten löst, hat bestimmt jeder schon einmal die flapsige Antwort „indem man verhindert dass es gar nicht auftritt“ zu hören bekommen. Das heißt im Klartext: Wo kein Problem ist, da muss auch keine Lösung her!

So logisch wie das klingt, so verständlich sollte es auch sein, dass diese (meistens wenig hilfreiche) Weisheit nur für Probleme gilt, die noch nicht gegenwärtig sind. Unser Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) jedoch hat die Formel geringfügig abgewandelt und wendet sie nun erfolgreich auf jedes Problem an das sich ihm in seiner Amtszeit stellt:

Wo man kein Problem sieht, da ist auch keins!

Das klingt ebenso logisch – und ist ebenso ungeeignet. Denn nur weil man selbst ein Problem nicht sieht heißt das nicht dass es nicht existiert. Friedrichs Art Probleme gezielt zu ignorieren oder kleinzureden ist eine erfolgreiche Taktik um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Aber gerade das sollte ein Innenminister nicht.

Es mag in der NSA-Affäre funktioniert haben und immer noch funktionieren einen Vorhang vorzuziehen und den Menschen vorzugaukeln dass es nichts zu sehen gibt. Das Flüchtlingsdrama hat aber ein Gesicht, genauer gesagt hunderte Gesichter – tot – die es den Menschen unmöglich machen wegzusehen.

Das hat auch Friedrich irgendwie verstanden, also was tun? Man verlagert das Problem einfach, ordnet die Rollen neu. Und schon sind das Problem die ganzen Immigranten. Schnorren sich durch unser Sozialsystem und wir sollen noch mehr von denen aufnehmen? Friedrich versucht den Vorhang der das wahre Problem verdecken soll zu bemalen. Mit Motiven die den Zorn der Menschen umleiten, gegen die Flüchtlinge, gegen Europa, gegen die Welt.

Es bedarf nicht viel Vorstellungskraft um zu begreifen dass die Problemlösungen unseres Innenministers nur ein wackliges Gebilde sind. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen ja Roland Pofalla (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes, vorbei und erklärt das Flüchtlingsdrama für beendet.

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